Erdung nachrüsten: Sicherheit und Schutz für Ihr Zuhause
Erdung schützt Ihr Haus vor Überspannungen und rettet Leben, indem sie gefährliche Spannungen ableitet. Doch was ist eine Erdung und warum ist sie wichtig? In unserem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige und auch, wie Sie in Ihrem Zuhause eine Erdung nachr
Wofür braucht man eine Erdung am Haus?
Wenn es um die Sicherheit Ihres Hauses geht, spielt die Erdung eine zentrale Rolle. Die Erdung eines Hauses dient dazu, gefährliche elektrische Spannungen, die durch Blitzeinschläge oder andere Störquellen entstehen können, sicher in die Erde abzuleiten. Ohne eine funktionierende Erdung besteht die Gefahr, dass elektrische Geräte beschädigt werden oder im schlimmsten Fall Brände entstehen. Darüber hinaus schützt die Erdung Menschen vor lebensgefährlichen Stromschlägen, indem sie das elektrische Potenzial ausgleicht. So wird verhindert, dass gefährliche Spannungen entstehen. Mehr zu diesem spannenden Thema, lesen Sie in unserem Ratgeberbeitrag „Wie funktioniert Erdung?“.
In modernen Gebäuden ist eine fachgerecht installierte Erdung Teil der grundlegenden Elektroinstallation. Doch vor allem in Altbauten fehlt sie oft oder entspricht nicht den aktuellen Vorschriften. Hier kann eine Nachrüstung notwendig sein, um die Sicherheit zu gewährleisten und den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. In unserem Ratgeberbeitrag „Vorschriften für Elektroinstallationen“ erfahren Sie, was Sie dürfen und wovon Sie lieber die Finger lassen sollten.
Erdung Arten: Welche können nachgerüstet werden?
Es gibt verschiedene Arten von Erdungssystemen, die in einem Haus installiert werden können. Zu den gängigsten gehören:
Ringerder im Fundament
Ein Ringerder im Fundament wird direkt in das Fundament des Hauses integriert. Dabei wird ein leitfähiges Material, meist verzinkter Stahl, ringförmig verlegt. Diese Erdung sorgt für eine stabile Ableitung von Spannungen. In Kombination mit einem Potenzialausgleich wird sichergestellt, dass das gesamte Gebäude gleichmäßig geerdet ist und keine gefährlichen Spannungsunterschiede auftreten. Diese Art der Erdung kommt bei Neubauten zum Einsatz.
Ringerder rund um das Fundament
Der Ringerder um das Fundament herum wird außerhalb des Gebäudes im Erdreich verlegt. Hierbei wird ein Draht ringförmig um das Gebäude geführt. Diese Methode wird oft genutzt, wenn eine Erdung im Fundament nicht möglich ist. Der Potenzialausgleich wird dann verwendet, um verschiedene leitfähige Teile im Gebäude zu verbinden und so ein einheitliches elektrisches Potenzial sicherzustellen.
Maschenerder direkt über oder unter dem Fundament
Ein Maschenerder besteht aus einem Netz aus leitfähigem Material, das direkt über oder unter dem Fundament verlegt wird. Dieses Netz bietet eine gleichmäßige Erdungsverteilung. Zusammen mit einem Potenzialausgleich wird die Sicherheit erhöht, da mögliche Spannungsunterschiede im Gebäude ausgeglichen werden.
Staberder neben dem Fundament
Ein Staberder, wird senkrecht neben dem Fundament tief in den Boden eingebracht. Diese Erdungsmethode ist besonders effektiv, wenn die oberen Bodenschichten nicht ausreichend leitfähig sind. Ergänzend wird ein Potenzialausgleich installiert, um sicherzustellen, dass im gesamten Gebäude ein gleichmäßiges elektrisches Potenzial herrscht. Dies ist vor allem für die Sicherheit in verschiedenen Gebäudeteilen wichtig. Eine Variante des Staberders ist der Tieferder. Dieser wird besonders tief in den Boden eingebracht, um auf Grundwasser oder besonders leitfähige Erdschichten zu stoßen, die einen niedrigeren Erdungswiderstand ermöglichen.
Welche Erdungssysteme kommen wo zum Einsatz?
Die Nachrüstung einer Erdung ist vor allem in Altbauten notwendig, in denen die ursprüngliche Elektroinstallation nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspricht. Hier kommen insbesondere Ringerder und Staberder zum Einsatz. Diese können nachträglich installiert werden, ohne dass umfangreiche Bauarbeiten notwendig sind.
Ein Ringerder wird in der Regel im Erdreich rund um das Gebäude verlegt. Hierfür ist es notwendig, einen Graben um das Haus zu ziehen, in den der Erder eingelegt wird. Diese Maßnahme ist relativ aufwendig, bietet aber eine sehr gute Erdung.
Ein Staberder ist dagegen einfacher zu installieren. Er wird einfach in den Boden gerammt, bis er eine ausreichende Tiefe erreicht hat, um eine gute Erdung zu gewährleisten. Diese Methode ist kostengünstig und effektiv, erfordert jedoch einen geeigneten Boden, der das Einrammen des Stabs ermöglicht.
Erdung installieren – wie erfolgt die Nachrüstung?
„Erdung legen, kann ja nicht so schwer sein – oder?“ Wenn Sie sich diese Frage gestellt haben und überlegen, ob Sie eine Erdung selber machen können, müssen wir Sie enttäuschen. Die Nachrüstung einer Erdung sollte immer von einem Fachmann durchgeführt werden. Elektrische Arbeiten sind mit hohen Risiken verbunden und erfordern spezifisches Fachwissen. Nur so können Sie sich sicher sein, dass die Erdung korrekt und nach den geltenden Vorschriften installiert wird.
Und so handelt der Profi:
- Bestandsaufnahme: Zunächst muss der aktuelle Zustand der Elektroinstallation und Erdung überprüft werden. Dies umfasst eine Messung des Erdungswiderstands.
- Planung: Basierend auf der Bestandsaufnahme wird entschieden, welches Erdungssystem am besten geeignet ist. Hierbei spielt die Beschaffenheit des Bodens eine wichtige Rolle, ebenso wie die baulichen Gegebenheiten des Hauses.
- Vorbereitung: Für die Installation eines Ringerders muss ein Graben um das Gebäude ausgehoben werden. Bei einem Staberder wird die Stelle ausgewählt, an der der Erder in den Boden gerammt wird.
- Erdung installieren: Der Erder wird gemäß den geltenden Vorschriften installiert. Beim Ringerder wird der Erdungsdraht im Graben verlegt und anschließend mit dem Fundament verbunden. Beim Staberder wird der Metallstab tief in den Boden eingebracht.
- Messung: Nach der Installation wird der Erdungswiderstand gemessen, um sicherzustellen, dass die Erdung korrekt funktioniert. Dieser Widerstand sollte so niedrig wie möglich sein, um eine effektive Ableitung von elektrischen Spannungen zu gewährleisten.
- Dokumentation: Abschließend wird die Installation dokumentiert, um nachzuweisen, dass alle Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt wurden.
Tipp: Sie möchten mehr rund ums Thema „Elektroinstallation im Haus“ wissen? Dann schauen Sie doch gleich mal in unseren Ratgeberbeitrag. Hier erfahren Sie, wie Sie Elektroinstallationen richtig angehen: Von der Küche über das Bad, bis hin zur Planung von Steckdosen, Beleuchtung und Schaltern.
Unterschied Erdung und Potenzialausgleich
Potenzialausgleich:
- Sorgt für gleiches elektrisches Potenzial im Gebäude.
- Verhindert Spannungsunterschiede zwischen leitfähigen Teilen.
- Ergänzt die Erdung und erhöht die Sicherheit.
Erdung:
- Leitet gefährliche Spannungen sicher ab.
- Schützt vor Überspannungen und Stromschlägen.
Wie hoch sind die Kosten für die Nachrüstung?
Die Kosten für die Nachrüstung einer Erdung können stark variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der Erdung, den baulichen Gegebenheiten und der Bodenbeschaffenheit.
- Ringerder: Die Kosten für die Installation eines Ringerders liegen in der Regel zwischen 500 und 1.500 Euro. Dies umfasst das Ausheben des Grabens, das Verlegen des Erdungsdrahts und die Anschlussarbeiten.
- Staberder: Ein Staberder ist in der Regel kostengünstiger zu installieren. Hier liegen die Kosten meist zwischen 300 und 800 Euro, je nach Aufwand und Materialkosten.
Wir raten Ihnen, mehrere Angebote von Fachbetrieben einzuholen, um die besten Konditionen für Ihr Projekt zu finden.